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Presselinks – Schneckenkönig

Presseberichte – Bipolar

Die Wiener Band um Hans Wagner singt zwar in jenem bundesdeutschen Idiom, dessen sich auch Christina Stürmer befleißigt. Die zwischen kammermusikalischen Streicherpopklängern und Elektro-Funk angesiedelten, vertrackten und eigenbrötlerischen Stücke, etwa der „Hit“ Sag mir nicht mit dem Rapper Parkwächter Harlekin als Gast überzeugen allerdings mit einem in Österreich lange nicht gehörten Alleinstellungsmerkmal: Diese Leute sind wahnsinnig.

Perfektion tut weh, denn sie ist oft trocken. Nicht so bei Neuschnee, die mit ihrem unverwechselbaren Stil den Crossover-Pop neu erfinden.
Hans Wagner, Frontman und Gehirn der Band Neuschnee, ist zwar Deutscher, doch seine Band verkörpert etwas Ur-Österreichisches: Seine Musiker sind perfekt ausgebildete Klassikinstrumentalisten, die seinen Songs den unverwechselbaren Neuschnee-Charakter geben.
Anstatt die Songs mit bombastischem Orchestersound zu hinterlegen, wie es so oft im Pop gemacht wird, gibt Wagner jedem Instrument seine eigene Stimme, seinen eigenen Platz. Das Resultat ist atemberaubend: Die Viola unterhält in „Kettenkarussell“, das Cello tröpfelt in „Bodenlos“; und wie könnte man Aggressivität besser zum Ausdruck bringen, als mit hysterisch kreischenden Violinen in „Nur der Mond“. Höhepunkt des Albums ist definitv „High“, ein Song, der so ungreifbar bombastisch ist, dass man ihn kaum mit Worten zu beschreiben vermag.
Wagner ist ein charismatischer Poet, der nicht nur schön-melancholische Texte schreibt, sondern auch mit viel Selbstironie die Oberflächlichkeiten des Alltags besingt („Du bist nicht allein“) und zugibt, dass er seine Gitarre mit ins Bett nimmt, wenn’s ihm mal schlecht geht. Applaus!

Klassisch ausgebildete Musikerinnen und Musiker kombinieren ihre Streichinstrumente mit Rock,
Elektronik, Rap und Punk. Abgefahren!
Eine nebensächliche, aber schwierige Frage ist: wo einordnen? Denn zusätzlich zu den drei üblichen Hauptverdächtigen Gitarre, Schlagzeug und Bass und diversen anderen Instrumenten zeichnet sich die vielköpfige Truppe um Hans Wagner durch den massiven Einsatz von Streichern aus. Violine und Viola, Cello und Geige lassen rätseln: ist das jetzt Indie, kammersymphonisches Songwriting oder Klassik? Es ist alles. Es ist, wie die Band selbst sagt, Crossover Kammermusik – und das macht Neuschnee ziemlich einzigartig. Musikalisch teilt sich das Album in zwei Hälften. Die erste ist langsam und balladesk, gefällig und rhythmisch oder pathetisch und melancholisch. Das ist ganz ok, aber richtig gut ist die zweite Hälfte. Denn bei den Uptempo-Stücken kommt die Außergewöhnlichkeit der Kombination besonders zur Geltung. Der Mix aus Streichern, Rock, Punk und Elektronik ergibt ungewöhnliche, spannende und wuchtige Hörerlebnisse.

Dieser Neuschnee flockt in die Ohren. Was nicht heißt, dass er nicht auch aus himmlischen Sphären stammt. Hans Wagners abenteuerliches Musikunternehmen dieses Namens stellt die Reputation klassisch ausgebildeter Musiker im Pop wieder her. Sonst werden die Hochausgebildeteten als eine Art Humanroboter angesehen, von denen nichts zeitgenössisch Relevantes zu erwarten ist. Bei Neuschnee ist das radikal anders. Im Zentrum der Kombo ist ein munteres Streichquartett versteckt, das Wagners unorthodoxen Gesang höchst flexibel kommentierend begleitet. Dazu kommt Wagners eigentümlicher Stilmix mit Elementen aus Punk, Chanson und Hip-Hop.

Auf dem wahrlich manisch-depressiven Album „Bipolar“ beklagt er Machinationen der Geldwirtschaft, befürchtet, „dass das Kapital sich lieber mit sich selbst anlegt, als uns ein Beschützer zu sein“. Zudem spinnt der Multiinstrumentalist herrlich fragile, poetische Liebeslieder ganz ohne Kitsch: „Du bist schön“ huldigt schiefen Zähnen, Grübchen und Asymmetrie. Wagner, der eben mit dem FM-4-Hit „Hans im Glück“ dem bösen Homo oeconomicus den Mittelfinger gezeigt hat, gibt sich mit Neuschnee dezenter, aber nicht weniger brisant, was Kampflieder wie „Autoimmun“ anschaulich demonstrieren.
NEUSCHNEE Bipolar (Problembär/Hoanzl)

Hans Wagner zählt zu den interessantesten Köpfen der Wiener Szene. Sowohl im Duo Das Trojanische Pferd als auch mit Neuschnee arbeitet er in der Grauzone zwischen Kammermusik und Indiepop an einer eigenen Version des deutschsprachigen Kunstlieds. Bei Neuschnee lässt er seine poetischen Texte von einem Streichquartett begleiten. Dass diese Kombination nur selten zu Kitsch – und dann nicht zum schlechtesten –führt, liegt an den ideenreichen, verspielten Arrangements. Man höre den Reggaegroove von „Du bist schön“ oder die überraschend rockigen Stücke im zweiten Teil des Albums.

Leben zwischen den Polen

Hans Wagner dampft gerne in allen Gassen. Der ausgebildete Cellist spielt bei Das Trojanische Pferd an der Seite von Hubert Weinheimer, produziert andere Künstler wie den Parkwächter Harlekin und versucht sich mit Couch Records-Chef Vlado dZihan als Hans Im Glück (von dem wir Anfang nächsten Jahres ein feines Debüt Album erwarten können).

Seine ganze Erfahrung und sein ganzes Können flossen in letzter Zeit jedoch in das sechsköpfige Bandprojekt Neuschnee. Das Ergebnis heißt „Bipolar“, ein zwischen den Polen der Extreme oszillierendes Werk. Stilistisch pendelt Hans Wagner zwischen kammermusikalischem Singer/Songwritertum, das mit seinem Streichquartett auch Elemente der Klassik auf ganz selbstverständliche Art integriert, und eckigem, rotzig frechem Rock, dem zweiten Genre-Epizentrum der Platte.

Das zweite Neuschnee-Album „Bipolar“ Problembär Records erschienen.

Während Hans Wagner auf „Hyperaktiv“ zu verzerrten Saiteninstrumenten komplett restfett über Fettresten hinfortstolpert, stellt er sich in der zarten Ballade „Wolfsmilch“ den großen Lebensfragen. Denn ohne im Licht der Selbstreflexion Verantwortung zu übernehmen, ist keine Entwicklung möglich. Und genau das zeichnet den eigenwilligen und großartigen Musiker aus, der den Mut besitzt, uns daran teilhaben zu lassen, wie er sich seinen Lebensaufgaben stellt.

Neuschnee haben ihren ganz eigenen Blick auf die Welt. Da werden nicht die Supermodels besungen, sondern der schiefe Zahn und das Grübchen. Für Hans die „wahre“ Schönheit, die ihn glücklich macht. Unsere Narben und unsere grundsätzliche Asymmetrie werden nicht versteckt oder gar versucht wegzuretuschieren, sondern ausgiebig gefeiert, da sie uns zu dem machen, was wir sind.

Zornig wird der in Berlin aufgewachsenen Poet nur dann, wenn es darum geht, sich die Ungerechtigkeiten und die Ohnmacht von der Seele zu schreiben. Hans Wagner hat es geschafft, seine ganz eigene Bildsprache zu kreieren, um damit etwa zum Schlag gegen die Verursacher der Wirtschaftskrise auszuholen. Kraftvoll und zielsicher wird der zum Beispiel in „Du bist nicht allein“ ausgeführt. Mit Rage Against The Machine-ähnlicher Songstruktur, krachenden Streichern und brachialem Schlagwerk schafft Hans nicht nur ein witziges und zugleich ernsthaftes Szenario im Kopf, sondern darüber hinaus auch noch einen perfekten Ohrwurm.

Hans Wagner steht uns heute in einer ausführlichen Listening Session Rede und Antwort zu dem wirklich großen Musik- und Themenuniversum von „Bipolar“. Da darf dann auch schon mal lebensphilosophisch herumgeschwurbelt werden, wie es der Künstler selbst gerne ausdrückt.

Dass Popmusik nicht immer den üblichen und bereits tausend Mal gehörten Formaten entsprechen muss, sondern sehr wohl auch einmal erfrischend anders und ungemein abwechslungsreich erklingen kann, beweisen Neuschee auf ihrem neuen Album „Bipolar“ (Problembär Records) auf sehr eindrucksvolle Art und Weise. Was die sechsköpfige Band rund um den Songschreiber und Multiinstrumentalisten Hans Wagner auf den Weg bringt, ist, in wenigen Worten zusammengefasst, eine spannende kammermusikalische Variante des Indiepop, wobei schon diese Zuschreibung natürlich eine viel zu enge ist.

Der Titel des Albums ist in diesem Fall wirklich wörtlich zu nehmen. Neuschnee, die ja schon auf ihrem Debüt „Wegweiser“ gezeigt haben, dass sie gewillt sind, andere Wege einzuschlagen, präsentieren sich auf ihrem Zweitlingswerk erneut als eine Formation, die sich in ihrem Tun unbeirrbar zeigt. Welche Band leistet sich schon die Freiheit, ein Album abzuliefern, auf dem Stilbrüche mit einer Konsequenz umgesetzt werden, dass es eine wahre Freude ist. Hans Wagner, der unter anderem auch bei Das trojanische Pferd seine Finger mit im Spiel hat, und seine KollegInnen konfrontieren den/die Hörerin mit zwei vollkommen entgegengesetzten musikalischen Ansätzen, die trotz ihrer Unterschiedlichkeit letztlich aber dann doch ein logisches Ganzes ergeben.
„Bipolar“ kommt einer Art Klangreise gleich, welche in ruhigeren Gefilden beginnt, von Song zu Song aber stetig an Intensität gewinnt und in einem musikalisch sehr vielschichtigen und heftigen Soundgewitter endet. Stehen auf der ersten Hälfte des Albums noch eher kammermusikalische Klanggebilde im Vordergrund, sind es am Ende rockige, ja fast schon dem Heavy Metal entlehnte Elemente, die den Ton angeben. Zwischen diesen beiden Polen wandelt die sechsköpfige Truppe unbeirrt hin und her, begibt sich mal in die Welt des Jazz, mal in jene des Folk, um im nächsten Moment in den Bereich des Elektropop zu landen. Cinematic Orchestra, trifft auf Muse, Radiohead und Black Sabbath. Zusammengehalten wird alles durch den zwischen großem Gefühl und lässiger Rockattitüde pendelnden Gesang von Mastermind Hans Wagner, der durch seine Stimme den insgesamt 13 Songs zusätzlichen Charakter verleiht.

Die sechsköpfige Truppe Neuschnee ist ein weiteres eindrucksvolles Beispiel dafür, dass auch hierzulande talentierte und viel versprechende Musiker/Innen mit einem enormen Potential am Werken sind, die es verstehen, hervorragende Songs zu schreiben und ihr Publikum zu begeistern wissen. Wer also abwechslungsreiche und vielschichtige Popmusik zu schätzen weiß, sollte diesem Album auf jeden Fall Gehör schenken.

Wie? Noch nie was von Neuschnee gehört? Dann mag das eventuell daran liegen, dass die Lieben nach eigener Aussage „mehr underground sind als die U-Bahn“. Doch dem wird nun ein Ende gesetzt!

Am 11. November geht ihr Album „Bipolar“ via Problembär Records raus. Es beheimatet 13 Titel und hat den Namen Bipolar tatsächlich verdient. Die erste Hälfte der Songs sind nachdenkliche Streicherballaden mit einem Hauch Melancholie, gezuckert mit typischen Neuschnee-Lyrics. Der als Vorab-Single veröffentlichte Song „Sag mir nicht (feat. Parkwächter Harlekin)” teilt das Album und lässt mehr rhythmischen Tanzbeat mit expressivelektronischen Einflüssen folgen.

Ein Bonbon für Wiener und Wahl-Wiener:

Am 14. Dezember findet die Releaseparty in der Garage X statt.

Top! Top! Top!